Echte Kontakte aus Hansaviertel
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Hansaviertel – nich Kotti, aber trotzdem jeht wat
Also, pass uff. Wenn de an Berlin denkst, haste wahrscheinlich sofort die U8 am Kotti im Kopp, wa? Oder Neukölln, Kreuzberg, wo dit Leben auf der Straße tobt. Kann icke verstehen. Aber dit is nur die eine Seite von der Medaille. Berlin is riesig und hat mehr Gesichter als'n Würfel. Und eena davon is dit Hansaviertel. Icke weeß, wat de jetzt denkst: Is dit nich die Ecke mit den komischen Betonbauten aus den Fuffzigern, wo nur Architekten und Professoren wohnen? Ja, jenau die. Aber jenau deswegen is dit hier 'n janz spezielles Pflaster. Hier is dit nich so laut, nich so dreckig. Alles 'n bisschen geordneter. Fast schon zu ruhig, könnt' man meinen. Aber unter der Oberfläche, da brodelt's jenau wie überallet anners. Der Spruch „Berlin ist arm, aber sexy“ kriegt hier 'ne andere Bedeutung. Arm is hier keener, aber sexy? Dit musste hier suchen, dit springt dir nich einfach so an. Dit is versteckt. Hinter den Gardinen von den schicken Wohnungen, in den Köppen von den Leuten, die hier so tun, als ob se den janzen Tach nur über Baukunst nachdenken. Quatsch. Die kochen ooch nur mit Wasser und haben die gleichen Bedürfnisse wie du und icke. Der Unterschied is: hier läuft allet diskreter. Keener will hier'n Drama. Keener will, dat der Nachbar wat mitkriegt. Und dit is deine Chance. Wenn du hier jemanden kennenlernst, dann is dit oft ehrlicher, direkter. Weil keene Zeit für Spielchen is.
Wo die Leute abhängen – unauffällich, wa?
Du musst wissen, wo de hingucken musst. Die Leute hängen hier nich am Späti rum. Die haben ihre eigenen Orte. Orte, wo de nich sofort denkst, dat hier wat jeht. Aber dit is ja jerade der Trick. Sei da, wo die Langeweile am größten is.
Nehmen wir mal die Akademie der Künste am Hanseatenweg. Klingt erstmal staubtrocken, wa? Is et ooch oft. Aber jenau da sitzen die Leute rum, die von ihrem Partner zu irgendeener Lesung mitjeschleppt wurden und sich zu Tode langweilen. Die Blicke sagen mehr als tausend Worte. Wenn de da jemanden siehst, der mehr aus'm Fenster starrt als auf die Bühne, dann haste schon 'n Anhaltspunkt. 'N kurzes Nicken, 'n Lächeln, später an der Bar'n Spruch wie „Na, ooch fast eingeschlafen?“ – und schon biste im Gespräch. Dit is authentisch, dit is echt. Und dit führt oft zu mehr als dit janze oberflächliche Jelaber in 'ner lauten Bar in Mitte.
Oder nimm dit Grips-Theater. Ja, Kindertheater. Aber wer jeht da hin? Eltern. Lehrer. Leute, die in ihrem Alltag feststecken und mal rausmüssen. Die Stimmung is locker, aber ooch'n bisschen jezwungen. Im Foyer, beim Warten, da haste alle Zeit der Welt, die Lage zu peilen. 'N lockerer Spruch über die schreienden Blagen, und zack, haste 'ne Verbindung. Du glaubst ja jarnich, wie viele Frauen und Männer einfach mal froh sind, wenn se mit jemandem reden können, der nüscht von ihnen will – außer vielleicht 'ne gute Zeit. Und dit is die perfekte Grundlage für'n ehrliches, unverbindlich Ding.
Und dann is da noch die Hansabibliothek. Der absolute Klassiker. Stille. Bücher. Aber zwischen den Rejalen, da spielt sich manchmal mehr ab als in jedem Roman. Blicke, die sich treffen. 'Ne zufällige Berührung, wenn man nach dem selben Buch greift. Dit is pure Spannung. Hier kannste nich mit lauten Sprüchen kommen. Hier musste mit den Augen reden. Aber wenn de dit druff hast, is dit intimer als jeder Club. Dit is wat für Fortgeschrittene, aber wenn's klappt, dann richtig.
Tacheles reden: Wie du dit Gespräch anfängst, ohne 'n Korb zu kassieren
Ejal wo, ob in der Akademie, im Theater oder sonstwo: Dit A und O is, dat de direkt bist. Berliner Schnauze eben. Aber nich prollig, sondern ehrlich. Vergiss die Sprüche aus'm Internet. Sei einfach du. Siehste jemanden, der dir jefällt, jeh hin und sach wat. Aber wat? Wat Einfaches. Wat Ehrliches. „Sorry, wenn icke störe, aber dein Lachen is mir uffjefallen.“ Oder: „Icke weeß, is'n bisschen direkt, aber icke würd dir jern 'n Kaffee ausgeben.“ Dit Schlimmste, wat passieren kann, is'n „Nee, danke.“ Und? Dann jeht die Welt ooch nich unter. Aber wenn's'n „Ja“ is, dann haste den Fuß in der Tür. Und von da an is allet möglich. Es jeht darum, keen Hehl draus zu machen, worum es dir jeht. Manche denken ja, für richtiges Ficken im Hansaviertel musste in irgendwelche schmierigen Läden. Quatsch mit Soße, sag icke dir. Die besten Dinger laufen von privat, wenn die Chemie stimmt und beide wissen, woran se sind. Ohne Jeblubber. Einfach Tacheles.
Von der Anmache zum Treffen – Nich lang fackeln!
Wenn de 'ne Nummer hast, dann fang nich an, wochenlang zu texten. Dit is der größte Fehler. Die Luft is schnell raus. Hau in die Tasten, schreib wat Nettes, und dann mach direkt 'n Vorschlach für'n Treffen klar. Nich in drei Wochen. Am besten morgen. Oder übermorgen. Kurz und knapp. „Haste morgen Abend kurz Zeit für'n Bierchen?“ Mehr braucht's nich. Dit zeigt, dat de Interesse hast und nich nur deine Zeit totschlagen willst. Wohin? Irjendwat Neutrales. Ne Bank im großen Park nebenan, dem Tiergarten, is perfekt. Locker, unjezwungen. Da kann man quatschen, gucken, ob die Chemie ooch im echten Leben stimmt. Und wenn ja, dann kann man weiterschauen. Diskretion is allet in dem Kiez. Deswegen is 'n neutraler Ort jold wert. Und hab immer 'nen Plan B im Kopp. Ne gute Ecke zum Verschwinden is zum Beispiel vor'm S-Bahnhof Bellevue, da kannste schnell abtauchen, wenn wat is. Dit Wichtigste is: Zieh dit nich in die Länge. Wenn beide wissen, worum et jeht, dann fackelt man nich lange. Dit is die Basis für schneller Sex ohne Komplikationen. Klare Ansagen, klare Ergebnisse. So läuft dit.
Wat du unbedingt vermeiden solltest – Atzes No-Gos
Paar Sachen musste dir aber hinter die Ohren schreiben, damit de dich nich komplett zum Affen machst. Erstens: Sei keen Touri. Tu nich so, als ob de der große Macker bist. Die Leute hier haben feine Antennen für so'n Quatsch. Sei einfach normal. Zweitens: Lüge nich. Wenn de nur wat Lockeres suchst, dann sach dit ooch so. Nüscht is schlimmer, als jemandem wat vorzumachen. Ehrlichkeit is die härteste Währung, ooch bei Sexkontakte. Drittens: Sei nich respektlos. Nur weil's unverbindlich is, heißt dit nich, dat de'n Arsch sein kannst. Anstand und Respekt sind dit Minimum. Immer. Und viertens: Pass dich an. Dit is nich der Wedding. Hier brüllste nich über die Straße. Sei'n bisschen leiser, 'n bisschen unauffälliger. Beobachte die Leute. Dann fällste nich uff und hast die besten Karten. Wer hier den dicken Max markiert, is schneller wieder alleene, als er „Altonaer Straße“ sagen kann.


















